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Waschbären sind aus Nordamerika stammende Kleinbären und wurden vor etwa hundert Jahren zusammen mit Minks und Marderhunden erstmals wegen ihres Pelzes nach Deutschland eingeführt. Aus Pelzfarmen ausgebrochene oder ausgesetzte Waschbären haben sich stark vermehrt und sich von Kassel aus über ganz Deutschland ausgebreitet, hauptsächlich aber von Hessen bis in den Nordosten Deutschlands. Sie sind auf der Liste unerwünschter Tier- und Pflanzenarten, deren Ausbreitung in Europa bekämpft werden soll.

Mittlerweile sind sie auch im Elbtal zur Plage geworden. Sie bedrohen heimische Vögel, indem sie ihre Nester plündern. Sie können auch gut schwimmen, sind geschickt im Klettern und können mit ihren feingliedrigen Tatzen auch in Baumhöhlen greifen und Nester herausziehen. Auf ihrer Suche nach Nahrung dringen sie beispielsweise durch Katzenklappen oder lose Dachziegel in Häuser ein, durchwühlen Mülltonnen und Komposthaufen und treffen sich bei der Obsternte, wo sie Fallobst besonders zu schätzen wissen.

Auch bei der Weinernte sind die Waschbären gerne dabei und bei der diesjährigen Jahrhunderternte gibt es ein besonderes Gelage. Doch hätten die Winzer die Ernte lieber für sich und versuchen alles, die Waschbären von ihren Trauben fernzuhalten. Entlang der ganzen Sächsischen Weinstraße richten die Waschbären großen Schaden an. Durch den Jahrhundertsommer sind die Trauben besonders süß und saftig und ganze Waschbärfamilien machen sich über etwa 3.000 Rebstöcke neben der Gauernitzer Elbinsel her. Geschickt überwinden sie Drahtzäune und Vogelschutznetze und laben sich an den saftigen Trauben.

Bis auf Greifvögel haben Waschbären bei uns kaum natürliche Feinde und eine Waschbärmutter bringt im Jahr etwa drei Junge zur Welt. Es ist also kaum verwunderlich, dass sich die Tiere so schnell ausgebreitet haben. Waschbären sehen zwar putzig aus, sind aber gefährliche Wildtiere. Man sollte sie niemals selber einfangen oder anfassen, sondern einen zuständigen Jäger, die Polizei, das zuständige Ordnungsamt oder einen Tierarzt informieren. Man soll wilde Tiere niemals füttern und auch kein Haustierfutter oder tierische Abfälle auf den Kompost werfen. Katzenklappen bitte nachts verschließen und andere Löcher oder Zugänge zu Schuppen, Dachböden oder Garagen versperren.

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