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Der trockene Sommer hat die Pläne für eine Elbe-Staustufe bei Decin in Frage gestellt. Die Elbe war dort Ende August nur neunzig Zentimeter tief und gerade mal mit einem Schlauchboot befahrbar. Der Güterverkehr auf dem Fluss ist seit Wochen eingestellt.

Eine Gruppe von Wissenschaftlern, Politikern und Aktivisten protestierte noch letzte Woche gegen den Bau einer Staustufe bei der tschechischen Stadt Decin und machte sich zu diesem Zweck in Schlauchbooten von Decin nach Bad Schandau auf. Ihrer Meinung nach sollten die Planungen für die Staustufe sofort abgebrochen werden, da in den letzten fünf Jahren immer wieder extremes Niedrigwasser auf der Elbe herrscht.

Die Tschechische Wasserstraßendirektion bemüht sich schon seit Jahren um eine positive Umweltverträglichkeitsprüfung, die das Bauprojekt ermöglichen würde. Doch das Elbtal zwischen Decin und der deutschen Grenze wurde zum Natura-2000-Gebiet erklärt, was ein positives Resultat bei der Umweltverträglichkeitsprüfung erschweren dürfte. Als besonders schützenswert gelten die Schotterböden in der Region.

Auch würde die Staustufe der Schifffahrt in langen Trockenperioden kaum Nutzen bringen. Aufgrund des Klimawandels soll es in Mitteleuropa immer mehr extreme Wetterverhältnisse geben, die vermehrt Hoch-, aber auch Niedrigwasser mit sich bringen. Damit ist der Wasserstand weniger planbar und man kann sich auf den Güterverkehr auf Wasserwegen nicht mehr in gleichem Maße wie bisher verlassen.

Außerdem soll der Verkehrsbedarf auf der Elbe ohnehin erheblich reduziert werden, da man zwischen Dresden und Prag eine neue Eisenbahnstrecke baut, die den Güterverkehr auf der Elbe-Bahnstrecke entlasten wird.

Unter den Teilnehmern am Schlauchboot-Protest befinden sich die Umweltexpertin Jana Moravkova, Tobias Conradt vom Potsdamer Institut für Klimafolgen-Forschung, der SPD-Vorsitzende Ralf Wätzig, Nikol Krejcova von der tschechischen Umwelt-Initiative Arnika und Stephan Kühn (Bündnis 90/Die Grünen), Mitglied im Bundestags-Verkehrsausschuss. Sie fordern, dass die Staustufenpläne zu den Akten gelegt werden und man sich stattdessen auf den Tourismus konzentriert. Sie finden, es ist im Interesse der Kommunen im Elbtal, das Vorhaben nicht umzusetzen.

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