Ein ganz besonderes Kleinod befindet sich am Ortsrand von Rüterberg, auch liebevoll Dorfrepublik Rüterberg genannt. Denn die Landschaft, in der über 80 Jahre lang per Hand Ton abgebaut wurde, gleicht einer wüsten Kraterlandschaft.

Schon im frühen 19. Jahrhundert wurde vereinzelt begonnen, am Rande von Rüterberg Torf abzubauen, ab dem Jahr 1889 wurde daraus eine wahre Industrie, die durch die Grenzsicherung im Jahr 1968 stillgelegt wurde. Aus dem Ton wurde Klinker hergestellt, der für den Hausbau in der Region eingesetzt wurde.

Damals gab es hier nur tiefe Gruben, wüste Krater und hohe Halden, die weder mit Bäumen noch mit Sträuchern bewachsen waren. Es ist eindrucksvoll zu sehen, wie sich die Natur den Boden immer mehr zurückeroberte, nachdem die meisten Menschen das ehemalige Sperrgebiet verlassen hatten. Einige blieben jedoch zurück und waren mit der Isolierung an der Grenze der ehemaligen DDR unzufrieden. Als Protest riefen die Bewohnen im November 1989 die sogenannte “Dorfrepublik Rüterberg” aus.

Heute findet man in und um die Tongrube herum einen dichten Laubmischwald aus Espen, Robinien und Sandbirken, der vielen Tieren eine Lebensgrundlage bietet. Die damalige Tongrube füllte sich mit Wasser, was sie heute zu einem kleinen See macht.

Heute kann man die Landschaft auf einem interessanten Rundweg erkunden, der um den See führt. Es ist besonders eindrucksvoll zu sehen, wie die Spuren des menschlichen Einwirkens auf diese Landschaft von der Natur zurückerobert wurden. Ein Naturlehrpfad erzählt an Infoständen und -tafeln von der Geschichte der besonderen Landschaft und weist auf die besondere geologische Beschaffenheit der Böden hin.

Die Besucher erfahren aber auch viel Interessantes über die Geschichte des Dorfes, eine Bergbaugeschichte und über die heutige Tier- und Pflanzenwelt.

Der Rundweg ist gut ausgeschildert und führt rund 1,2 Kilometer um den See. Um alle Informationen in Ruhe zu lesen und die besondere Natur entsprechend zu genießen, sollten Sie eine Dauer von rund eineinhalb Stunden einplanen.