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Pläne für einen 26 Kilometer langen Tunnel durch das Osterzgebirge nehmen Gestalt an. Der Tunnel ist Teil der neuen Bahnstrecke zwischen Dresden und Prag und soll die Fahrzeit von zweieinhalb Stunden auf weniger als eine Stunde reduzieren.

Die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke soll aber nicht nur die Reisezeit zwischen Dresden und der tschechischen Hauptstadt Prag verkürzen, sondern sie soll auch das Elbtal vom Fernverkehr entlasten. Kurz hinter Dresden soll die neue Trasse abbiegen um dann bei Usti nad Labem in eine bereits bestehende Schnellfahrtstrecke nach Prag einzumünden.

Die bestehende Bahnstrecke durch das Elbtal ist sehr kurvenreich und mit 200 Zügen am Tag voll ausgelastet. Anwohner beklagen sich seit Jahren über den ständigen Lärm, der besonders von den Güterzügen aus den tschechischen Industriegebieten verursacht wird. Durch die neue Strecke wird auch für Lärmentlastung für die Anwohner gesorgt. Jedoch werden die Züge, bevor sie in den 26 Kilometer langen Tunnel einfahren, über eine Brücke bei Pirna das Seidewitztal überqueren. Die Bewohner dieses Ortes befürchten, dass dann stattdessen sie unter dem Bahnlärm leiden werden.

Tschechien und Sachsen haben sich darauf geeinigt, dass man sich bei den Planungen, beim Bau und beim Betrieb des Tunnels an deutsche Vorschriften halten wird. Ein entsprechender Vertrag wird aufgesetzt und soll Ende des Jahres von Tschechien und Deutschland unterschrieben werden. Man überprüft derzeit, ob das Projekt wirtschaftlich sinnvoll ist und ob sich der geologische Untergrund für den Tunnelbau eignet.

Die Bauarbeiten für die neue Strecke sollen um das Jahr 2030 beginnen und man geht davon aus, dass das Projekt rund fünf Milliarden Euro kosten wird. Die neue Strecke wird ein wichtiger Teil des europäischen Schienennetzes sein, da sie Mitteleuropa mit den Nord- und Ostseehäfen sowie Mittelmeer und Schwarzem Meer verbinden wird. Der Bau dieser Strecke ist außerdem besonders wichtig angesichts der Tatsache, dass man sich wegen wiederholtem Niedrigwasser auf den Güterverkehr auf der Elbe nicht mehr unbedingt verlassen kann.

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